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Tracy Letts
KIller Joe
"Der "Killer Joe", ein trashiger
Theaterthriller
Caro Wiesauer
Kurier
22. Februar 2007
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"Killer Joe", ein trashiger Theaterthriller
Langsame Denker und schnelle Sager
Triumphale Landung eines schäbigen, zugemüllten Wohnwagens, der aus Texas über Vorarlberg nach Wien kam.
von CARO WIESAUER
Ein Schrottplatz in Texas. Vorm Lagerfeuer sitzt ein Vietnamveteran und klimpert auf der Gitarre. Im Wohnwagen plappert und singt ein ausgestopfter Hirsch mit Wackelohren. Hinter der ärmlichen Behausung knurrt und bellt ein Hund. Untenrum und rundherum ist alles mit Bierdosen und Fast-Food-Abfall zugemüllt.
Trautes Heim Willkommen im trauten Heim der Familie Smith, Schauplatz der österreichischen Erstaufführung von „Killer Joe“- geschrieben vom US-Amerikaner Tracy Letts, umgesetzt vom Projekttheater Vorarlberg, gastierend im Künstlerhaus-Theater.
Im Schein einer Plastikblumenlampe sitzt das Obelix-gleiche Oberhaupt Ansel Smith (Dietmar Nigsch) auf einer Autositzbank, starrt auf den am Plüschbarhocker festgeklebten Fernseher und lässt sich von seiner grantelnden Frau Sharla (Maria Hofstätter), die gern mit strohblonder Perücke oben, dafür unten ohne geht, das Bier servieren.
Ein Idyll, das den Charme einer real gewordenen Simpson-Wohnstube versprühen könnte, würde es sich nicht mit der Heimkehr des Sohnes Chris in eine Pulp-Fiction-Szenerie mit trashiger, grotesker Note verwandeln.
Der Plot: Chris (Sebastian Pass) will einen Killer engagieren, seine Mutter aus dem Weg räumen und ihre Lebensversicherung kassieren; seine Schwester Dottie (Sandra Bra) sei die Begünstigte. Vater Ansel, seine (neue) Frau Sharla und Dottie finden den Plan okay und wollen teilen.
Killer Joe (Peter Badstübner) nimmt Dottie als Pfand für das Honorar. Dieses engelsgleiche Wesen, das Naivität und Allwissenheit zugleich ausstrahlt, tritt im Finale aus ihrer Opferrolle heraus und wird als einzige Überleben.
Eine jede Sekunde spannende, aberwitzige und zutiefst berührende Theaterproduktion, bei der alles passt und perfekt harmoniert.
Tolle Ensemble-Leistung, große und detailgenaue Regiearbeit von Susanne Lietzow und ein Bühnenbild der Extraklasse (Marie Luise Lichtenthal). Was will man mehr..
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