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Walter Hiller
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Beklemmende Story vom Leben & Leiden Ein sehr betroffenes Publikum war nach der Vorstellung von ,,Fröhliche Tage" im Feldkircher Theater am Saumarkt erst nach Minuten in der Lage, der Produktion des Projekttheaters Beifall zu spenden - so berührt war man von der Lebens- und Leidensgeschichte des jungen Entertainers Max (Dietmar Nigsch), der einem Krebsleiden erliegt. Gut, die Psychiater- und Ärztewitzchen zu Beginn wirken ein bißchen dünn, auch der erste Ausbruch des kranken jungen Mannes, ,,warum gerade ich, ich hab doch so vieles noch nicht gemacht..." vermag noch nicht ganz zu überzeugen. Dann aber werden Stück, Regie (Walter Hiller) und Darstellung zunehmend dichter. Und um gleich vom Höhepunkt der lnszenierung zu reden: Immens intensiv ist das Ende, wenn das Licht immer schwächer wird, schließlich nur mehr den Oberkörper des Kranken erfaßt, der Lichtkegel wird immer kleiner, Max wendet sich ab und geht in die Dunkelheit. Krankheit und Tod sind tabuisiert in unserer Gesellschaft. Jung und dynamisch muß es zugehen. Und so geht es auch am Anfang zu in den ,,Fröhlichen Tagen". Max ist tüchtig, erfolgreich und hat ,,keine Probleme" (er hat sie schon, aber er verdeckt sie fast zwanghaft). Schon diese Verdrängung trägt manche Stücke. Bei diesem hier aber nun kommt eine weitere Dimension hinzu, nämlich das Wissen um den nahen Tod. Dem ersten Aufbäumen gegen den Tod folgt die Erkenntnis, daß auch ein einzelner Tag schön sein kann, sogar ,,fröhlich". Ausgezeichnet beobachtet sind die Charaktere der Freunde am Krankenbett, das reicht von halbherzigem Mitgefühl über pflichtschuldige Besuche bis zur Ignoranz. Da gibt es sehr große Momente bei Dietmar Nigsch, wenn er sich in Sekundenbruchteilen vom ,,Besucher" in den ,,Kranken" verwandelt. Kein falscher Ton schleicht sich ein. Eine besondere Stärke von Stück - für das gleichfalls Regisseur Walter Hiller verantwortlich zeichnet - und Regie liegt darin, wie die Welt um den Kranken langsam entschwindet. Was früher wichtig war, verliert an Bedeutung, wird unwesentlich und tritt in den Hintergrund. ,,Was braucht man zum Leben? Einen Menschen, den man liebt, Essen, Trinken und einen Platz für sich." Ein ziemlich schlimmes Bild wird von den Eltern gezeichnet, dargestellt sind sie durch Marionetten. Nicht einmal angesichts des Todes kommt die Mutter aus ihren selbstgestrickten Denkschemata heraus. Beklemmend. Aber beklemmend ist nicht nur das. Noch später hat man Mühe, sich aus der Umklammerung der ,,Fröhlichen Tage" zu lösen. |